Konzertprogramme


Jugendkonzerte


Viele hundert Titel schmücken die Repertoireliste unserer Besetzung allein seit dem Ende der Barockzeit. Nimmt man die Triosonaten-Literatur des Barock hinzu, wäre die Zahl gewiss vierstellig: es ist naheliegend, für diese drei wohl meistgespielten Instrumente Werke - auch Arrangements - für den Hausgebrauch zu schaffen.

Bei der Realisation unserer Programme  bedienen wir uns dieser Fülle abendländischer Meisterwerke und fügen immer Bearbeitungen oder eigene Kompositionen hinzu. Auch die Pflege osteuropäischer Musikliteratur  ist Teil unserer Mission.

Die Besetzung unserer Konzerte variiert zwischen Trio, Duo uns Solo.

Anstatt aufzulisten, was wir können oder was es für uns gibt, halten wir es für angebracht, nachfolgend unsere beliebtesten Programme aufzulisten.

Die mit * gekennzeichneten Werke sind in eigener Bearbeitung entstanden.

Siehe auch Jugendkonzerte

Heimat. Das Programm 2013

J. S. Bach (1685-1750) Triosonate A-Dur BWV 1032*
Friedrich Kuhlau (1786-1832) Trio G-Dur Op. 119
Sergej Prokofjev (1881-1953) Sonate D-Dur Op. 94 bzw. 94a
Eugene Goossens (1893-1962) Impromptu aus der Suite Op. 6
Aaron Dan (*1981) Drei rumänische Volksweisen (2013)

Dieses Programm widmet sich der Idee, dass der Mensch von Grund auf heimatlos ist. Seine Lebensaufgabe besteht darin, innen und außen danach zu suchen, was ihn beschützt und bestätigt. Und findet er sie, so verlässt er sie wieder um sie neu aufzusuchen. Musik ist so ein schützendes Umfeld. Diese Sprache spricht auch unsere Seele, wenn sie ihre Heimat sucht. Wie mag dieses Wort klingen?

Wenn man die Entstehungszeit und -Geschichte dieser Kompositionen betrachtet, zeigt sich auf interessanter Weise, wie sich der Wechsel der harmonischen Struktur mit dem Interesse der Menschheit nach neuer Heimat verändert. An einem deutschen Volkslied demonstrierten wir, wie „Schwarzweißmusik“ klingt, und wie unerwartete Akkordfolgen grelle Farben hervorrufen können.


Freiheit. Führen und folgen. Das Programm 2012

Jean-Philippe Rameau (1683-1764) Piece de Clavecin Nr. 5
Friedrich II von Preußen (1712-1786) Sonate A-Dur
J. S. Bach (1685-1750) Triosonate aus dem "Musikalischen Opfer"
Maurice Ravel (1875-1937) Tzigane
Franz Doppler (1821-1883)Fantaisie pastorale hongroise
Maurice Duruflé (1902-1986) Prélude, Recitatif et Variations Op. 3

Was Friedrich II. von Preußen zeitlebens ein Anliegen war, beschäftigte die Nachwelt nicht minder: die Suche nach einem Zusammenleben in Freiheit und Gleichgewicht. Das vorliegende Programm wirft ein Licht darauf, wie Komponisten an den Höfen von Versailles und Sanssouci eine künstlerische Gleichberechtigung schaffen, indem die Instrumente eine gemeinsame Harmonie erzeugen und gleichzeitig ihre Eigenart nicht aufgeben müssen. Gerade an den Königshäusern, wo sonst eine besondere Hierarchie herrscht, soll ein Vorbild für eine Gesellschaft in Gleichgewicht vorgetragen werden, in der das Führen wie das Folgen gleichermaßen bedeutend ist.
Auf der Suche nach Freiheit und Gleichberechtigung greift Maurice Duruflé in seinem Trio Op. 3 tiefer in die Musik hinein und opfert die klassische Form und das Tempo, um den Musikern die Freiheit zu einem viel intensiveren und spontanen Zusammenspiel zu geben. Anders bei Ravel und Doppler, deren Kompositionen viel öfter vom Solisten geleitet werden sollen. So werden im Laufe des Konzertes Komponisten aus vier Jahrhunderten demonstrieren, wie das Führen und das Folgen ineinander verwoben werden kann.


Kontrapunkt. Das Programm 2011.

J. Chr. Bach (1735-1782) Ouverture D-Dur "Amadis de Gaule"*
J. S. Bach (1685-1750) Triosonate BWV 529*
C. Ph. E. Bach (1714-1788)Hamburger Sonate WQ 133
Eugène Ysaye (1858-1931)Sonate für Violine solo Op. 27 nr. 2
Steve Reich (*1936) Vermont Counterpoint for Flute and Tape
Arvo Pärt (*1935)Spiegel im Spiegel
Astor Piazzolla (1921-1992) Fuga Y Misterio

Ein Konzertprogramm als Hommage an die Unsterblichkeit von Bach. Seiner Vision von Gleichberechtigung sind wir heute noch fern, doch wenn wir seine Musik als gesellschaftliches Vorbild betrachten lernen, erfahren wir, wie wir in Respekt und Frieden leben können. Ein Leitfaden des Programms ist die schwerste und am meisten gefürchtete Disziplin im Fach Komposition: die Kunst, mehrere Stimmen gleichberechtigt zu behandeln, unabhängig im Rhythmus und zugleich einheitlich in der Harmonie. Das Werk von Steve Reich erfordert eine PA-Anlage. Fehlt diese, könnte "Vermont Counterpoint" gut von "Music for Flute" von Jay Schwartz ersetzt werden.



Idee und Inspiration. Das Programm 2007.

Joseph Haydn (1732-1809) Zigeuner-Trio*
Cécile Chaminade (1857-1944) Concertino
Eugène Ysaye (1858-1931) Poème Élégiaque
Claude Debussy (1862-1918) Prélude a l'Après-midi d'un Faune*
Paul Taffanel (1844-1908) Freischütz-Fantasie
Pablo de Sarasate (1844-1908) Introduction et Tarantelle
Aaron Dan (*1981) Fuego Místico

Wie findet ein Komponist zu seinem Stil? Im Mittelpunkt dieses Programms stehen die Werke der fünf Komponisten Chaminade, Ysaye, Debussy, Taffanel und Sarasate, die alle innerhalb weniger Jahre am Pariser Conservatoire studierten. Trotz der ähnlichen Kompositionsschule und der gleichen Stilepoche zeigt dieses Pogramm, wie unterschiedlich fünf Menschen empfinden können. Keiner dieser fünf Rebellen komponierte letztlich so, wie die Lehrbücher es vorschrieben - doch gerade dies löst sie von der Last ihrer Zeit und lässt sie lebendig und zeitlos sein.


Promenades. Das Programm 2006.

W. A. Mozart (1756-1791) Trio (nach KV 328 u. KV 375)*
Béla Bartók (1881-1945) Sechs rumänische Volkstänze
(bearb. von Zoltán Székely)
George Enescu (1881-1955) Cantabile et Presto
Bohuslav Martinu (1890-1959) Promenades
Henryk Wieniawski (1835-1880)Polonaise Op. 4, D-Dur
Francois Borne (1840-1920)Fantaisie brilliante sur "Carmen"
Kent Kennan (1913-2003)Night Soliloquy
Astor Piazzolla (1921-1992) La Muerte del Angel*

Im Jahr 2006 feierten Mozart, Enescu, Bartók und auch Piazzolla einen runden Geburtstag. Ein guter Grund, die größten Tondichter Rumäniens und Ungarns in einem gemeinsamen Konzert vorzustellen. Der Titel bezieht sich nicht allein auf Martinus Trio, sondern versteht sich als ein Spaziergang durch die Irrungen und Wirrungen der Musikgeschichte. Denn hier geht es nicht nur um nationale Identität, Volksmusik und die Kompositionsschulen, sondern auch um Virtuosität und instrumentale Alleinstellung: gewisserweise treten hier die Instrumente auch gegeneinander an. Natürlich nicht ohne sich am Ende zu versöhnen. 

Emanzipation und Identität. Das Programm 2005.

J. S. Bach (1685-1750) Triosonate E-Dur BWV 1035
F. Mendelssohn- Bartholdy (1809-1847) Trio d-Moll*
Francois Borne (1840-1920) Fantaisie brilliante sur Carmen
Sergej Rachmaninov (1873-1943) Vocalise
Astor Piazzolla (1921-1992) La Muerte del Angel*
Milonga del Angel*

Musik ist immer auch Abbild einer sozialen Realität. Die Art der Anwendung der Haupt- und Nebenstimmen spiegelt die sozialen Strukturen jener Zeit. Als mit der französischen Revolution die Idee der Gleichheit aufkam, war die Emanzipation der untergeordneten Nebenstimme zu einer freien, gleichberechtigten Stimme sogar schon in vollem Gange. Davon zeugt das Trio von Mendelssohn. Die Kompositionen von Borne und Rachmaninov verstehen sich als Werke, die dem romantischen Geist der Soloinstrumente zugeschnitten sind.